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Press PI Landkreis vergab zum 22. Mal Kulturpreise

02.03.2020

Landkreis vergab zum 22. Mal Kulturpreise und eröffnete Kulturjahr 2020

Preisverleihung auch Motivation für weiteres ehrenamtliches Engagement
Stellvertretend für Rosemarie Stamm nahm Simone Güther den »Preis für Heimatpflege« entgegen

Auch die mittlerweile 22. Verleihung der Elbe-Elster Kulturpreise am 28. Februar 2020 für das Jahr 2019 zählte zu den Kulturhöhepunkten des Landkreises. Denn es geht um die Ehrung lebenserfahrener engagierter Bürger des Landkreises, die kulturell Herausragendes leisten, so Landrat Christian Heinrich-Jaschinski am Beginn der Ehrungen auf Gut Saathain. Die Kulturpreisvergabe fand bereist das 5. Mal in Kombination aus Kulturpreisverleihung, Kulturjahreseröffnung und Ausgabe der Bewilligungsbescheide an kulturelle Akteure statt. Diese Verbindung war dem Landkreis wichtig, weil damit alle, ob beruflich oder ehrenamtlich aktiv, in ihrer Kulturarbeit tatkräftig unterstützt werden. Der Landkreis ehrt Menschen, die sich mit großem Engagement für eine lebendige Kultur einsetzen. Die Fachjury mit Andreas Pöschl, Babette Weber und Ralf Uschner, Claudia Folkerts, Jürgen Weser, Elke Böckelmann, Karl-Heinz Zahn und Chris Poller stand vor einer schwierigen Entscheidung. Sie hat dann ihre Vorschläge gemacht, die auch den Landrat überzeugten und der sich für die engagierte Arbeit jedes Einzelnen bedankte.

Für das große Engagement bei den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten der Dorfkirche, wurde die Kirchengemeinde Gröden mit dem »Preis für Denkmalpflege« ausgezeichnet.

So wurde die Kirchengemeinde Gröden mit dem „Preis für Denkmalpflege“ des Landkreises Elbe–Elster 2019 geehrt. Gröden besitzt eine beeindruckende Kirche. Ihr Chor, der im Kern auf die Spätromanik zurückzuführen ist, wurde später mit zwei Kreuzgewölben versehen. Die Verbindung zum Kirchenschiff bildet ein Triumphbogen. Im Jahre 1701 wurden die Decke und die obere Empore von dem bekannten Maler Schilling mit einer Farbfassung versehen. Die künstlerisch hochwertige Raumfassung verschwand nach 134 Jahren im Jahre 1838, unter einer vollständigen Überfassung und geriet so im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Im Vorfeld umfassender Sanierungsarbeiten wurde eine restauratorische Untersuchung des Kircheninnenraumes in Auftrag gegeben. Durch Initiative von Dr. Sebastian Rick konnte die Kirchengemeinde davon begeistert werden, die barocke Raumfassung des Malers Schilling freizulegen sowie anschließend zu restaurieren. Diese aufwendige Restaurierung erfolgte im Chorbereich in den Jahren 2017/ 2018 und wurde 2019 mit der Gestaltung der Holzbalkendecke des Kirchenschiffes fortgesetzt und abgeschlossen. Durch diese Maßnahme konnte eine vollständige und in sich stimmige Raumfassung reaktiviert und wieder erlebbar gemacht werden.

Frau Rosemarie Stamm wurde mit dem „Preis für Heimatpflege“ geehrt. Für das kulturelle Leben der Region wurde ihr Wirken ab dem 1. April 1998 relevant. An diesem Tag begann ihre Anstellung als ABM-Mitarbeiterin im Pfarrgarten Saxdorf. Aus diesem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis wurde eine dauerhafte Verbindung, ja Liebe. Und wie jede echte Liebe beruhte sie auf Hingabe, für die es nie einen materiellen Gegenwert gibt. Seit zwei Jahrzehnten ist das kulturelle Kleinod Saxdorf nicht denkbar ohne Rosi Stamm, so wie der Garten als auch die Veranstaltungstätigkeit des Saxdorfer Kultursommers insgesamt nicht ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Helfer möglich wäre, die das Erbe Hanspeter Bethkes gemeinsam mit Karl-Heinz Zahn weiterführen. Rosemarie Stamm ist die „gute Seele“ des Refugiums. Sie arbeitet im Garten, der stets nach Betreuung ruft und führt kundig Besucher durch ihn. Sie ist begeisterungsfähig und weiß diese Begeisterung weiterzugeben. Was einmal mit ihrem Herzblut erfüllt ist, lässt sie nicht los – und darin bringt sie ihre ganze Kraft ein. Gleichzeitig übersetzte sie ganze Hefte der Registratur der Kirchenvisitation des sächsischen Kurkreises vom 16. und 17. Jahrhundert aus der historisch überlieferten Schrift, die für die Region Liebenwerda von Bedeutung waren.

Kein Anlass ist den singenden Männern zu gering. Nicht nur bei Sänger- und Chorfesten erheben die »Finsterwalder Sänger« ihre Stimmen.

Den „Preis für Heimatpflege“ Nr. 2 ging an die Finsterwalder Sänger. In der Laudation dazu heißt es, dass die engagierten Männer eine 120 Jahre alte Tradition am Leben halten und sorgen damit für Heimatpflege dicht am und mit den Menschen. „Wir sind die Sänger von Finsterwalde, wir leb’n und sterben für den Gesang.“ 1899 gilt als Entstehungsjahr des Sängerliedes, jeder kennt es in der Stadt, und es wird bei vielen Gelegenheiten gesungen. Was einst als Posse auf die Provinz gedacht war, machte die Stadt über Ländergrenzen hinaus bekannt und wurde zu ihrem positiven Markenzeichen. Der Bekanntheitsgrad des Liedes ist nicht im Selbstlauf entstanden. Die Chöre der Stadt, das Sängerfest und vor allem auch die „Vier Finsterwalder Sänger“ im schwarzen Frack und mit Zylinder haben seit Jahrzehnten mit Engagement und Liebe zum Lied und zur Heimatstadt dafür gesorgt. Die jetzt singenden Männer, die dem Männerchor „Einigkeit“ Finsterwalde angehören und dort ihr musikalisches Rüstzeug bekommen haben, erheben bei vielen Gelegenheiten in der Stadt und darüber hinaus ihre Stimmen und sorgen mit gesungener Heimatpflege für den Bekanntheitsgrad der Finsterwalder Sängertradition. Das ist nur mit viel persönlichem Engagement zu bewältigen. Klaus Mayer hält die organisatorischen Fäden zusammen. Zu den langjährig singenden Mitstreitern Adolf Scholder, Günter Figur, Horst Radlach, Hartmut Neumann und Peter Heppe haben in den letzten Jahren neben Klaus Mayer auch Klaus Rippe, Rainer Fähnel und Günter Behla das singende Markenzeichen der Stadt verstärkt. Das Besondere ist dabei, dass es seit einigen Jahren aus der Feder von Klaus Mayer jeweils eine neue Strophe für den konkreten Anlass gibt. Die „Finsterwalder Sänger“ verstehen sich als Überbringer von Freude und Spaß, und sie bringen sich in gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen und Vorhaben der Stadt mit ihrer Meinung ein. 215 zusätzliche Strophen sind so in drei Jahren entstanden!

Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh wurden für ihr Projekt »Finsterwalder Kammermusik Festival« mit dem »Kunstpreis« des Landkreises Elbe-Elster 2019 ausgezeichnet.

Die Auszeichnung von Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh mit dem „Kunstpreis“ des Landkreises Elbe-Elster 2019 geht zurück auf den Lehrauftrag, an der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ zu unterrichten. Seit nunmehr zehn Jahren reiht sich ein Festival der klassischen Kammermusik in die gewachsene Festivallandschaft des Landkreises ein – und das mit phänomenalem Erfolg. Beidebegannen 2009 an der Kreismusikschule. Sie als Pädagogin für Klavier und Korrepetition und er in den Fächern Cello und Streicherensemble. Die beiden Musikerpersönlichkeiten zeichneten sich von Anbeginn durch ein überdurchschnittliches Engagement sowohl in ihrer pädagogischen Tätigkeit als Lehrende, als auch in ihrer künstlerischen Arbeit aus. Was fehlte war ein Podium für genau die Musik, die sie so viele Jahre studiert, so viele Jahre bereits national und international aufgeführt und die sie zu ihrer Passion gemacht haben. Beiden fehlte ein Podium für konzertante klassische Musik. Klassische Konzerte im thematisch passendem Kontext und das alles generationsübergreifend. Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh entwickelten die Idee des Finsterwalder Kammermusik Festivals. Die Stadtverwaltung der Sängerstadt fand Gefallen an ihrem Vorschlag und übernahm die Trägerschaft. Mit der Trinitatiskirche und dem Logenhaus wurden würdige Konzerträume gefunden. Inzwischen wirken beide mit höchster Professionalität ehrenamtlich als Organisatoren des von ihnen ins Leben gerufenen Festivals. Ein ganz besonderes Angebot schufen die beiden Musikpädagogen innerhalb des Festivals mit der „Kammermusik Junior“. Bei diesen Konzerten wird kindgerecht für unsere Jüngsten Lust auf klassische Musik gemacht. 

Kulturpreisträger 2020 gesamt

Kulturpreisträger 2020 gesamt: Die Kulturpreisträger 2020 insgesamt. Die Kategorien reichten vom Preis für Denkmalpflege, 2 Mal Preise für Heimatpflege und dem Kunstpreis.