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Press PI Volkstrauertag 2019

18.11.2019

Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2019 in Neuburxdorf und Mühlberg

2019 ist das Gedenkjahr schlecht hin - 80 Jahre Beginn des 2. Weltkrieges, 30 Jahre Mauerfall und 100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Totengedenken zum Volkstrauertag 2019 auf dem Soldatenfriedhof Neuburxdorf. Musikalisch und rezitativ begleitet von der Schülerin Tabea Geiss.

Jedes Jahr zeigt der Kalender, immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent, den Volkstrauertag an. Obwohl dies kein kirchlicher Feiertag ist, fällt er doch in eine Zeit, die aus theologischer Sicht mit Themen wie Ewigkeit, Vergänglichkeit und Tod in Verbindung gebracht wird. Ebenso ist das Gedenken an Verstorbene zu dieser Jahreszeit besonders ausgeprägt. So fand der diesjährige deutschlandweite Volkstrauertag auch in vielen Gemeinden im Landkreis Elbe-Elster statt. Er gehört zu den sogenannten “stillen Tagen” im Jahreskreis. 80 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bilden der Überfall auf Polen den diesjährigen Themenschwerpunkt des Volkstrauertages. Er ist in jedem Jahr Höhepunkt des alljährlichen Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Prägende Orte im Landkreis sind Neuburxdorf und Mühlberg, hier wo auch in diesem Jahr an die 2.500 Toten auf dem Soldatenfriedhof und der 6.800 Toten aus dem Lager Mühlberg gedacht wurde. „In Erinnerung an die Kriege des 20. Jahrhunderts bietet der Tag Gelegenheit dazu, sich mit dem Verlust von unvorstellbar vielen Menschen auseinanderzusetzen.

Kranzniederlegung auch am Hochkreuz im ehemaligen Lager Mühlberg durch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, gleichzeitig Vorsitzender des Elbe-Elster Kreisverbandes des Volksbundes und Bürgermeister Thomas Richter aus Bad Liebenwerda.

Die Gedanken sind an diesem Tag bei den gefallenen Soldaten, den Kriegsgefangenen, den Opfern der Gewaltherrschaft, der Bombenangriffe, der Flucht und Vertreibung,“ sagte Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter während der Zeremonie am Mahnmal des Soldatenfriedhofes in Neuburxdorf. Es gebe aber Bestrebungen, die dunkle deutsche Geschichte zu verklären. Erinnern und Gedenken seien deshalb immer noch sehr wichtig, denn gerade das polnische Volk habe unter dem deutschen Angriffskrieg gelitten. Hier gab es Orte, die die industrielle Vernichtung von Menschen aus ganz Europa einleiteten. Mühlbergs Pfarrerin Sabrina Pieper gedachte ihrerseits der Millionen Opfer und brachte dies mit einer Gedichtszeile von 1915 zum Ausdruck mit dem Wunsch „Einen Tag lang nicht töten“. Sie erinnerte daran, dass der Volkstrauertag heute alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft einbezieht. So auch die Opfer von Bürgerkriegen, terroristischen Anschlägen und natürlich auch die Bundeswehrsoldaten, die im Auslandseinsatz ihr Leben ließen.
Der Vorsitzende der Initiativgruppe „Lager Mühlberg“ e.V. Pfarrer Matthias Taatz resümierte am Hochkreuz in Mühlberg: „Leider werden die, die zu den Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag kommen, immer weniger. Fürchtet man sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, wo doch in jeder Stadt und jeder kleinen Gemeinde Gräber von verstorbenen Angehörigen sind bzw. Schriftzüge auf Grabsteinen zu lesen sind wie „vermisst“, „verschollen“, „gefallen und begraben in fremder Erde.“

Bronzetafeln mit den Namen der 6.800 Toten aus dem Lager Mühlberg

Er fragte weiter: „Ist es klug zu Hause am warmen Ofen zu bleiben, wo doch jeder um die Vergangenheit weiß, den toten Soldaten beider Weltkriege, den Toten von Diktaturen bis hin sogar zu den Toten an der innerdeutsche Grenze bis 1989? Pfarrer Matthias Taatz: „Aber genau wegen dieser Toten sollten wir uns jedes Jahr wenigstens am Volkstrauertag erinnern. Immer noch gibt es Krieg und gefährlichen Unfrieden zwischen den Menschen. Wir dürfen und sollten nicht den Mut verlieren, denn unsere Trauer und Erinnerung schließt bis heute alle ein, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurden.“