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Press PI 7. Lichtmess-Symposium

04.02.2020

7. Lichtmess-Symposium gedachte Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren

Kriegsgräber und Kriegsgräberfürsorge standen im Fokus
Lichtmess- Symposium im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda zu den Themen Kriegsgräber / Kriegsgräberfürsorge
© VRS 

Kriegsgräber und die Kriegsgräberfürsorge standen im Fokus des 7. Lichtmess-Symposiums, zu dem die AG für Heimatkunde e.V. und das Mitteldeutsche ins Bad Liebenwerdaer Museum geladen hatten. Damit sollte nicht nur an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert werden, sondern auch an die reiche Erinnerungslandschaft in Elbe-Elster und den angrenzenden Regionen.
Auch 75 Jahre nach Kriegsende sind viele Fragen, die sich mit Kriegsgräbern und dem Gedenken verbinden, sehr aktuell. Wieder müssen neue Kriegsgräber ausgehoben werden, rückt die Frage nach dem Umgang mit Trauer und Krieg erneut auf die Tagesordnung. Gleichzeitig bedarf der Tod von Millionen Menschen während der NS-Herrschaft, des Zweiten Weltkriegs und den Jahren nach 1945 weiterhin der aufmerksamen Aufarbeitung. Die Vorträge auf dem Lichtmess-Symposium beschäftigten sich mit der Geschichte des Kriegsgrabes an sich, mit der Betroffenheit des Einzelnen und der Familie wie auch mit dem Umgang mit der Thematik nach dem Krieg bis in die Gegenwart.
Begrüßt wurden Zuhörer und Referenten von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, der sich seit vielen Jahren für die Pflege der Gräber von Kriegstoten gleich welcher Nation einsetzt. Anschließend sprach Dr. Dirk Reitz, Volksbund Deutsche Kriegsgräbervorsorge / Landesverband Sachsen, zum Soldatengrab im 20. und 21. Jahrhundert. Dr. Sebastian Rick stellte den Weg des Grödeners und späteren Nestors der sächsischen Denkmalpflege Hans Nadler im Zweiten Weltkrieg vor. Einen Blick in private Briefwechsel zwischen Heimat und Front warf Ralf Uschner. Bernd-Jürgen Fritsch erinnerte an die ehemaligen Gefangenenlager Mühlberg 1939 und ging dabei auch auf die Leiden der beiden Opfergruppen und Probleme beim Gedenken ein. Vergessene oder erinnerte Verbrechen an sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland und Europa seit 1945 stand im Fokus des Beitrags von Jens Nagel, Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain.
Deutlich wurde erneut, dass sich im Elbe-Elster-Land zahlreiche Orte nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und politischer Willkür aus den Jahren nach 1945 finden; vielfach Gedenkstätten mit erläuternden Tafeln und Ausstellungen. Heraus ragen die Gedenkorte um Tröbitz zum „Verlorenen Transport“ inhaftierter Juden aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und der riesige Komplex zur Unterbringung von Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges zwischen Mühlberg und Zeithain, der nach 1945 als NKWD-Lager erneut eine Nachnutzung erfuhr bzw. als militärisches Sperrgebiet über Jahrzehnte unzugänglich war. Zwischen Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Riesa finden sich mehrere gut aufgearbeitete Erinnerungs- und Gedenkstätten. Zu den Kriegsgräbergedenkstätten, die den differenzierten Umgang mit Kriegsgefangenen aus West- und Osteuropa aufzeigen, gehören zudem die zahlreichen Gräber und Gedenktafeln auf den Dorffriedhöfen, die an zivile Opfer und gefallene Soldaten erinnern. Erkenntnis des Lichtmess-Symposiums war es, dass diese Gedenk-, Mahn- und Erinnerungslandschaft an Krieg und Willkür wahrnehmbar gemacht und weitergetragen werden muss.

7. Lichtmess-Symposium im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda
© VRS 

Die Referenten Christian Heinrich-Jaschinski, Dr. Dirk Reitz, Dr. Sebastian Rick, Bernd-Jürgen Fritsch, Jens Nagel und Ralf Uschner (v.l.)